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Impfungen sind Aufgabe und Anliegen des öffentlichen Gesundheitswesens – von der WHO bis zur Bezirkshauptmannschaft
Impfungen sind nachweislich die wichtigste Maßnahme, um Infektionserkrankungen wirksam vorzubeugen – es ist auch den Impfungen zu verdanken, dass die Sterblichkeit von Säuglingen und Kindern überall dort stark eingeschränkt werden konnte, wo nachhaltige Impfkampagnen durchgeführt werden.

Daher sind Impfungen von
  • weltweiter Ebene (über die Weltgesundheitsorganisation WHO), über
  • die europäische Ebene (EU) und
  • die Ebene von Nationalstaaten (Gesundheitsministerien) bis zur
  • regionalen Ebene (Fachabteilung für Gesundheitswesen der Landesregierungen) und
  • Bezirksebene (Magistrate, Sanitätsreferate der Bezirkshauptmannschaften)
sowohl Aufgabe als auch Anliegen des öffentlichen Gesundheitswesens.
Der große Forschungsaufwand und die nötigen Sicherheitsmaßnahmen bei der Impfstoffentwicklung erfordern einen hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand und nur große, multinationale Pharmafirmen verfügen dafür über die nötigen Produktionskapazitäten und das Vertriebsnetz. Im Gegensatz zu einem Medikament gegen z.B Rheuma oder erhöhte Blutfette erhält ein Impfling (lebenslang) nur eine bis wenige Dosen eines bestimmten Impfstoffes. Die Investitionen "amortisieren" sich daher nur, wenn der Impfstoff entweder relativ teuer oder in großen, mehrjährigen weltweiten Kampagnen verkauft werden kann.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt daher unterstützt von UNO und UNICEF Impfkampagnen durch und empfiehlt den einzelnen Ländern auch, solche durchzuführen. Wie wirksam diese Kampagnen sind, beweisen die Pocken: Diese sehr gefährliche Erkrankung, an der Jahrhunderte lang weltweit Millionen Menschen gestorben sind, konnte durch konsequente Impfkampagnen ausgerottet werden: Pockenerreger existieren nur mehr in einigen Hochsicherheitslabors, in freier Natur kommen sie nicht mehr vor.
Dasselbe soll – in absehbarer Zeit – übrigens auch mit der gefährlichen Poliomyelitis, Kinderlähmung, gelingen: Die Ausrottung dieser Erkrankung wurde zwar in den letzten Jahren durch Kriege und Konflikte verzögert, sie konnte aber immerhin bereits auf ganz wenige Länder (Indien, Pakistan, Ägypten und einige zentralafrikanische Regionen) eingegrenzt werden. Unsere Eltern und Großeltern haben aber noch bis in die 60er Jahre in Österreichs Schulen Neuinfektionen von Kinderlähmung miterleben müssen: Die SchulfreundInnen blieben plötzlich monatelang vom Unterricht fern – zurück kamen sie im Rollstuhl oder stark gehbehindert.
Chart
Diphtherie Tetanus Polio Durchimpfung 1
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Diphtherie Tetanus Polio Durchimpfung 2
Chart
Polio Eradication 1988 - 2009
Know-how
Wie steht es um die Ausrottung von Polio?
Diphtherie, Tetanus und Polio: Durchimpfung weltweit (global coverage). Klicken Sie auf den nebenstehenden Link, um die Grafiken zu öffnen.

Polio-Ausrottungsprogramm: Entwicklung 1988 bis 2009. Klicken Sie auf den nebenstehenden Link, um die Grafiken zu öffnen.
Quelle:
WHO: Progress Towards Global Immunization Goals – 2009. Summary presentation of key indicators. August 2010; das Dokument ist unter http://www.who.int/immunization_monitoring/data/SlidesGlobalImmunization.pdf/ verfügbar.
Immunisation Monitoring der WHO
Impfkampagnen werden also nicht durchgeführt, weil die Hersteller Geld verdienen wollen, oder Ärzte gerne Spritzen verabreichen. Sie werden im Auftrag des öffentlichen Gesundheitswesens durchgeführt, weil sie wirksame Maßnahmen der Krankheits- und Sterblichkeitsverhütung sind. Daher übernehmen die Republik Österreich und die einzelnen Bundesländer auch die Kosten für die wichtigsten Impfungen im Rahmen von Gratis-Impfprogrammen.

Die unabhängigen ExpertInnen des öffentlichen Gesundheitswesens beobachten die Entwicklung und die Erfahrungen bei der Anwendung von Impfstoffen laufend. So gibt zum Beispiel in Österreich der Impfausschuss des Obersten Sanitätsrates (dieses Gremium arbeitet im Rahmen und im Auftrag des Gesundheitsministeriums) jährlich den immer aktuell gehaltenen Impfplan und die Impfempfehlung heraus. Wie gut Impfungen wirken oder nicht wirken, welche unerwünschten Wirkungen sie eventuell haben, wird laufend beobachtet und geprüft: Solche unerwünschten Wirkungen müssen von den ÄrztInnen gemeldet werden – wenn sich herausstellt, dass ein Impfstoff nicht gut vertragen wird, wird er umgehend aus dem Impfprogramm genommen.
Der österreichische Impfplan
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